Porsche Arbeitsplatzergonomieprozess

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Porsche Arbeitsplatzergonomieprozess

Hintergrund und Fragestellung

Im Rahmen des EVA Projektes (Evaluierung mitarbeiterorientierter Arbeitsgestaltung durch präventive Belastungsanalyse und -optimierung im 3-D-Modell) wurden an ausgewählten Arbeitsplätzen Belastungen analysiert und bewertet. Auf Workshops im Rahmen des Porsche Verbesserungsprozesses (PVP) wurden für diese Arbeitsplätze mitarbeiterorientiert (unter Einbindung von Werkern, Meistern, Arbeitsplanern, Betriebsrat, Arbeitsmedizinern und Arbeitswissenschaftler) ergonomische Verbesserungsvorschläge erarbeitet und – soweit direkt möglich – direkt umgesetzt. Diesen Aktivitäten gingen Arbeitsplatzanalysen mit Hilfe von „Design Check" und / oder ERGOMAN+ bzw. ERGOMAN++ voraus.

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Modellübergreifende Ergonomiestrukturen
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Zeitstrukturen, Ziellisten und Pflichtenhefte im PAP

Damit EVA kein singuläres ergonomisches Ereignis bleibt, sondern zu einem nachhaltiger Prozess wird, wurde in Erweiterung der ursprünglichen Projektziele der „Porsche Arbeitsplatz- ergonomieprozess„ (PAP) initiert.

Dabei wurde auf den PVP und firmeninterne Unterlagen zur Entwicklung von Fahrzeugen und Produktionsanlagen, die bereits rudimentär ergonomische Spezifikationen (insbesondere bezüglich der kundenrelevanten Produktergonomie) enthielten, zurückgegriffen.

Ziel war es, mit Hilfe des neuen PAP Prozesses die gegenwärtige ergonomische Effizienz dadurch zu steigern, dass ergonomische Gestaltungsdefizite nicht nur in die aktuelle Produktionsgestaltung Eingang finden, sondern nach Möglichkeit auch in die Produktgestaltung, d.h. in alle Entstehungsphasen eines Fahrzeuges. Insbesondere gilt es, modellspezifische ergonomische Defizite zu erkennen und bei dem in Entwicklung befindlichen Nachfolgemodell zu berücksichtigen.

Dem zugrunde liegt der Gedanke, dass bei einer prospektiven Ergonomie nicht notwendigerweise die Frage „was kostet Ergonomie?“ im Vordergrund steht. Ein ergonomisches Gestalten in der Konzeptionsphase kann durchaus kostenneutral oder gar kostensenkend sein.

Während in einer frühen Konzeptionsphase die Möglichkeit für ergonomische Veränderungen – eingedenk noch nicht erfolgter Hardwarerealisierung – noch sehr hoch und preisgünstig ist, nimmt dieses Gestaltungspotential mit steigender Konkretisierung des zu entwickelnden Modells ab; der finanzielle Aufwand für ergonomierelevante Veränderungen steigt jedoch stark an. Ergonomierelevante Gestaltungsmaßnahmen während der Produktionsphase sind dann – wenn überhaupt – nur noch mit erheblichem finanziellem Aufwand möglich. Zudem beschränken sie sich dann zumeist auf die Gestaltung von Werkzeugen und Betriebsmitteln.

Ziel ist es, für den Bereich der Fertigungsplanung / Konstruktion eine baureihenübergreifende Sollstruktur für Prozess und Daten des PAP entwickeln, die ein Portieren ergonomischer Zielvorstellungen und Gestaltungswünsche zwischen der laufenden Produkt- und Fertigungsentwicklung einerseits (modellimmanente Ergonomiestruktur als erweiterter institutionalisierter PVP Prozess;) und der Modellreihenentwicklung andererseits (nachhaltiger ergonomischer Prozess; Bild 2) gestattet.

Förderung

Das Projekt PAP (gefördert durch Dr. Ing. hc. F. Porsche AG) ist in Verbindung mit EVA (DLR -Projektträger Arbeit und Technik) initiiert und als eigenständiges Projekt durchgeführt worden