Kraftatlas

Header Forschungsschwerpunkt Produktionsergonomie

Der montagespezifische Kraftatlas

Projektbild
Messsysteme für Messungen von Ganzkörper und Hand-Arm-Kräften

Hintergrund

Aktionskräfte des ganzen Körpers und des Hand-Arm-Systems wurden für real- typische Haltungen und Anwendungsfälle bei industriellen Projektpartnern und im Labor in perzentilierter Form ermittelt und im sog. „montagespezifischen Kraftatlas“ angeboten. Aus den maximalen statischen Aktionskräften wurden maximal empfohlene – „erträgliche“ – Kraftwerte unter Berücksichtigung von tätigkeits- und personenbezogenen Parametern abgeleitet. Dazu ist ein geeignetes Verfahren unter Berücksichtigung von Korrekturfaktoren erarbeiten worden, das auch im Rahmen von Gefährdungsbeurteilungen eingesetzt werden kann.

Zielgruppen

Das Projekt fokussierte die erweiterten Zielgruppen von Automobil-, Nutzfahrzeugbau, Flugzeugindustrie, Waggonbau, Werften und deren Zulieferer sowie alle Arbeitsplätze bei denen Kraftausübungen in den untersuchten Haltungen regelmäßig vorkommen.

Methodik

Das Projekt gliederte sich in die folgenden Arbeitspakete / -phasen:

AP 1: Weiterentwicklung eines Messkonzepts. Konstruktion und Bau von zwei mobilen und modularen Messsystemen mit zwei 3-Komponenten Messgriffen zur Messung von Ganzkörperkräften und von Hand-Arm-Kräften. Entwicklung und Anpassung der Messdatenerfassungs- und Auswertungs-Software.
AP 2: Testen der Messvorrichtungen in der Praxis und im Labor. Optimierung des Messablaufs evtl. Verbesserung von Hard- und Software.
AP 3: Datenerhebung: Kraftmessungen in den Industrieunternehmen und im Labor unter Berücksichtigung von tätigkeits- und personenbezogenen Parametern.
AP 4: Erarbeiten von Auswertungs- und Darstellungskonzepten. Statistische Bearbeitung der Kraftdaten und Überführung der Ergebnisse in die Darstellungsformen eines Kräfteatlanten.
AP 5: Erarbeiten eines Bewertungsverfahrens zur Ableitung von maximal empfohlenen Aktionskräften aus den Maximalkraftwerten des Kräfteatlanten. Für die Anwendung von Maximalkräften in der praktischen Arbeitsgestaltung und -bewertung ist erforderlich, diese an personen- und tätigkeitsbezogene sowie mechanische Einflussgrößen zu adaptieren. Letztere beinhalten z.B. Lage des Handgriffes außerhalb der bequemen Armreichweite, ungünstige Armstellung, Form des Handgriffes. Quantitative Korrekurfaktoren werden nach dem Stand von Wissenschaft und Technik aus bestehenden Verfahren bzw. der Literatur abgeleitet sowie durch gezielte exemplarische Labor- und Feldstudien engpassbezogen (z.B. Herz-Kreislaufsystem, lokale Muskelgruppen) gewonnen.
AP 6: Testen des Verfahrens in der Praxis zusammen mit den industriellen Partnern. Durchführen eines Workshops zum Erfahrungsaustausch.

Förderung

Aus Mitteln des Forschungsfonds des Hauptverbandes der gewerblichen Berufsgenossenschaften e.V. (HVBG).

Projekt-Konsortium

Projektbild
Industriepartner
Projektbild
Institutionen

Pressemitteilung zum Kraftatlas

Der in der Zusammenarbeit mit dem BGIA – Institut für Arbeitsschutz der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung – entstandene Kraftatlas wird in einer Pressemitteilung auf der DGUV Internetseite vorgestellt.

Publikationen

Schaub, Karlheinz ; Wakula, Jurij ; Berg, Knut ; Oberle, Marius :
Development and testing of a screening approach for the evaluation of forceful operations in industry.
In: Proceedings 19th Triennial Congress of the IEA, 07.-09.01.2015, Melbourne (Australien)

Wakula, Jurij ; Schaub, Karlheinz ; Berg, Knut ; Bruder, Ralph ; Glitsch, Ullrich ; Ellegast, Rolf :
Assessment approach for analysis of whole body action forces at assembly-specific workplaces in industry.
In: 10th International Symposium on Human Factors in Organisational Design and Management, 4. – 6. April 2011, Grahamstown (South Africa)

Schaub, Karlheinz ; Wakula, Jurij ; Berg, Knut ; Kaiser, Bastian ; Bruder, Ralph ; Glitsch, Ulrich ; Ellegast, Rolf-Peter :
The Assembly Specific Force Atlas.
In: Human Factors an Ergonomics in Manufacturing & Service Industries (2014)