KAN_Studie_45b

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KAN-Studie 45b: Beispiele guter Praxis für die ergonomische Gestaltung von Maschinen

Auftraggeber:

www.kan.de

Hintergrund:

Der Normenausschuss „Ergonomie“ im Deutschen Institut für Normung hat u.a. die anwenderfreundlichere Formulierung der Inhalte von Ergonomie-Normen zu einem wichtigen Ziel seiner zukünftigen Arbeit erklärt. Nachvollziehbare Praxisbeispiele einer normgerechten Gestaltung von Arbeitsmitteln sollen die effektive Nutzung der Inhalte von Ergonomie-Normen fördern bzw. verbessern. Diese Praxisbeispiele sollen in einen Anwendungsleitfaden eingehen, der dem Maschinennormer den Zugang zu den Ergonomienormen und das Verständnis für deren Inhalte erleichtern soll. Insbesondere soll der Leitfaden die Experten unterstützen, die sogenannte Typ-C-Normen mit detaillierten Sicherheitsanforderungen für bestimmte Maschinen oder Gruppen von Maschinen erarbeiten.

Ein für die Erstellung des Anwendungsleitfadens relevantes Dokument stellt die EN 13861 „Sicherheit von Maschinen – Leitfaden für die Anwendung von Ergonomie-Normen bei der Gestaltung von Maschinen“ dar – ein Standard, der die Anwendung ergonomischer Normen bei der Gestaltung von Maschinen unterstützt. In seinem Anhang A listet die Norm 20 verschiedene Gefährdungen, die aus unzureichender Berücksichtigung ergonomischer Prinzipien entstehen können, sowie die jeweils anzuwendenden Typ-B-Normen auf. Die Nennung der relevanten Normen, die zu den einzelnen Gefährdungen die ergonomischen Anforderungen, Maßnahmen und Prüfmethoden beschreiben, stellt bereits eine wichtig Grundlage für den Anwender dar. Darüber hinaus würde das Verständnis des Anwenders für die im Anhang von EN 13861 genannten Typ-B-Normen erheblich erhöht, wenn ihm Gestaltungslösungen in Form von Good-Practice-Beispielen für die jeweiligen Sicherheitsaspekte zur Verfügung stünden.

Um die Good-Practice-Beispiele jedermann zugänglich zu machen, soll eine Internetplattform aufgebaut werden, in der die Beispiele strukturiert und öffentlich zugänglich aufbereitet sind. Auf diese Plattform kann in Normen und anderen Dokumenten hingewiesen bzw. Bezug genommen werden. Zielgruppe für die Nutzung sind damit neben Maschinennormern auch Hersteller von Maschinen und Anlagen sowie Verbraucher, die sich über ergonomische Standards informieren möchten.

Zur Einschränkung des Projektumfangs sollen zunächst Good-Practice-Beispiele für die Kategorien „Werkzeugmaschinen“ und „Flurförderzeuge (innerbetrieblicher Transport)“ recherchiert und aufbereitet werden.

Methodik

Aufbauend auf den Erkenntnissen einer ebenfalls am IAD durchgeführten Vorstudie wurde das Projekt in verschiedene Phasen eingeteilt.

Zunächst werden vorhandene Normen zur Ergonomie und Maschinensicherheit für die ausgewählten Maschinekategorien recherchiert und aufbereitet. Diese dienen als Grundlage für die Identifikation und Bewertung von Good-Practice-Beispielen und fließen in die Entwicklung von möglichst objektiven Bewertungskriterien ein. Dabei werden auch sogenannte Typ-C-Maschinennormen ausgewertet und einbezogen.

Für den Aufbau eines Kataloges von Produktbeispielen im Internet ist es wichtig, eine solide rechtliche Grundlage hinsichtlich der Veröffentlichung von Details und Bildern im Internet zu erarbeiten. Daher wird im nächsten Schritt die Rechtslage geprüft und Rechteabtretungserklärungen für Urheberrechte entwickelt. Das IAD wird dabei von der Anwaltskanzlei Notos Rechtsanwälte aus Darmstadt unterstützt, die sich auf Medien- und Urheberrecht spezialisiert hat.

Als Hauptteil der Projektarbeit werden Good-Practice-Beispiele recherchiert und dokumentiert. Dabei werden die Erfahrungen und Erkenntnisse der Vorstudie als Basis genommen. Als effektive Vorgehensweise hat sich ein mehrstufiges Recherchevorgehen herausgestellt. So wird zunächst eine überblickhafte Darstellung des Marktes in den beiden Maschinengruppen erstellt. Hierfür eignen sich eine Internetrecherche, Fachzeitschriften sowie Fachmessen besonders gut. Potentielle Good-Practice-Beispiele werden anhand von verfügbaren Herstellerangaben geprüft und ggf. weitere Informationen direkt beim Hersteller oder bei Fachhändlern und Service-Partnern eingeholt. Bei Auswahl einer Maschine oder Komponente wird Kontakt zum Hersteller aufgenommen, um die Rechte an Bild- und Textmaterial zur Darstellung des Good-Practice-Beispiels zu erhalten.

Die Darstellung soll über eine Internetplattform geschehen. Diese wird auf Basis bestehender CMS-Systeme aufgebaut und sowohl von der Benutzeroberfläche als auch vom Redationssystem her nutzerzentriert unter Einbeziehung der Nutzergruppen entwickelt. Am Ende soll die bestehende Plattform mit Nutzertests evaluiert werden und eine weitere Verbesserungsschleife gezogen werden. Für eine dauerhafte Pflege und Erweiterung der Plattform wird ein Pflege- und Verbreitungskonzept entwickelt. Hierfür werden Vorschläge für Pflege, Einbeziehung neuer Good-Practice-Beispiele sowie für Werbe- und Verbreitungsmaßnahmen erstellt.