Mittelstand4.0

Piktogramm Forschungschwerpunkt Arbeitsgestaltung/Arbeitsorganisation

Mittelstand 4.0 Kompetenzzentrum in Darmstadt

Fortschreitende Digitalisierung und eine umfassende Vernetzung der Produktion sind wichtige Entwicklungen in der Industrie und werden häufig unter dem Begriff „Industrie 4.0“ beschrieben. Gerade kleine und mittelständische Unternehmen (KMU) können von dieser Entwicklung profitieren: Eine flexible Produktion ermöglicht kundenindividuelle Produkte und eine schnelle Anpassung an Marktveränderungen. Die scheinbar immensen Kosten für eine höhere Automatisierung und Digitalisierung lassen viele KMU aber zögern, vor allem, wenn der kurz- und mittelfristige Nutzen nicht direkt erkennbar ist.

Das neu gegründete Mittelstand 4.0 Kompetenzzentrum in Darmstadt greift genau diese Thematik auf. Als eines von bisher bundesweit elf Kompetenzzentren unterstützt es KMU und Handwerksbetriebe bei der Umsetzung von Industrie 4.0-Themen in ihrem eigenen Betrieb durch kostenlose Informationsveranstaltungen, Workshops und Schulungsangebote. Interessierte können so die schon vorhandenen Lösungen ausprobieren und einen Eindruck davon bekommen, wie eine Umsetzung in ihrem Betrieb aussehen könnte. Alle Aktivitäten werden über die Initiative „Mittelstand Digital“ des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWi) gefördert.

Die TU Darmstadt wird durch die Fachgebiete Arbeitswissenschaft (IAD), Produktionsmanagement, Technologie und Werkzeugmaschinen (PTW), Produktionstechnik und Umformmaschinen (PtU) und Datenverarbeitung in der Konstruktion (DiK) vertreten. Weitere Partner sind die Fraunhofer-Institute für Betriebsfestigkeit und Systemzuverlässigkeit und Sichere Informationstechnologie, die IHK Darmstadt und die Handwerkskammer Rhein-Main. Gemeinsam werden praxisnahe Workshops zu den Themen Effiziente Wertschöpfungsprozesse, Arbeit 4.0, Neue Geschäftsmodelle und Energiemanagement angeboten.

Als Experte für Fragen rund um „Arbeit 4.0“ vermittelt das IAD Inhalte zur ergonomische Gestaltung von digitalisierten und vernetzten Arbeitsplätzen. Wir untersuchen unter anderem, wie man Mitarbeiter beim ergonomiegerechten Verhalten in der Produktion unterstützen kann und wie sich Arbeitsplätze an die individuellen Bedürfnisse der Mitarbeiter anpassen können. Neben den technischen Möglichkeiten der digitalen Assistenz behandeln wir auch den Umgang mit sensiblen Mitarbeiterdaten an digitalisierten Arbeitsplätzen. Einige Lösungen werden umgesetzt, so dass sie in Schulungen von den Teilnehmern getestet werden können. Entsprechend der Grundsätze der Ergonomie behalten wir hier immer sowohl die Wirtschaftlichkeit als auch humane Kriterien im Blick, so dass Industrie 4.0 im Mittelstand für Unternehmen und Mitarbeiter gleichermaßen einen Nutzen bringt.

Weiterführende Informationen und eine Übersicht über das Angebot finden Sie unter www.mit40.de. Unsere eigenen Workshopangebote zu „Arbeit 4.0“ werden auch auf unserer Website unter „News und Termine“ angekündigt. Die Teilnahme an den Veranstaltungen ist kostenfrei, eine rechtzeitige Anmeldung wird empfohlen.

Publikationen

Stockinger, Christopher ; Rönick, Katharina ; König, Christina :
Workshopkonzept zur Sensibilisierung im Umgang mit Mitarbeiterdaten im Kontext Industrie 4.0 für kleine und mittelständische Unternehmen.
In: 63. Kongress der Gesellschaft für Arbeitswissenschaft, 15.02-17.02.2017, Brugg (Schweiz).

König, Christina ; Köhler, Friedrich ; Calbay, Rohat ; Stockinger, Christopher :
Handwerk 4.0 bottom-up: Von Best Practices zu Lösungen für kleine und mittelständische Handwerksbetriebe.
In: 64. Kongress der Gesellschaft für Arbeitswissenschaft, Dortmund. [ Konferenzveröffentlichung] , (2018)

Stockinger, Christopher ; Rönick, Katharina ; König, Christina
Burghardt, M. ; Wimmer, R. ; Wolff, C. ; Womser-Hacker, C. (eds.) :
Sensible Mitarbeiterdaten als Herausforderung im Kontext „Industrie 4.0“.
[Online-Edition: https://doi.org/10.18420/muc2017-mci-0302 [Titel anhand dieser DOI in Citavi-Projekt übernehmen] ]
In: Mensch und Computer 2017. Mensch und Computer 2017 – Tagungsband [ Konferenzveröffentlichung] , (2017)