Arbeitszeitgestaltung beim strategischen Geschäftsbereich Bodenverkehrsdienste

Piktogramm Forschungschwerpunkt Arbeitsgestaltung/Arbeitsorganisation

Arbeitszeitgestaltung beim strategischen Geschäftsbereich Bodenverkehrsdienste

Projektbild

Hintergrund/Fragestellung

Ziel des Projektes ist es, eine stärkere Anpassung der Arbeitszeiten an den stark schwankenden betrieblichen Bedarf unter Berücksichtigung der Mitarbeiterwünsche zu erreichen. Die Gründe für dieses Vorhaben liegen in der Erhaltung der Wettbewerbsfähigkeit und der Sicherung der Arbeitsplätze bei den Bodenverkehrsdiensten.

Die flexiblen Schichtpläne werden auf Grundlage des betrieblichen Bedarfes und unter Berücksichtigung individueller Arbeitszeitwünsche der Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen EDV-gestützt erstellt.

Nach einer Schulung in der Anwendung der Softwaremodule wird der Realbetrieb für etwa drei Monate in Laborsituation simuliert. Bei ausreichender Praxistauglichkeit, Verfahrenssicherheit und Akzeptanz wird die Simulation – zuerst in Pilotgruppen – in den Realbetrieb überführt.

Die Begleitung der Simulation und der Einführung der flexiblen Schichtpläne wird arbeitswissenschaftlich, -psychologisch und -medizinisch begleitet u.a. mit den Zielen, Überbelastungen zu vermeiden, die Akzeptanz zu maximieren und höchstmöglichen Gesundheitsschutz zu bieten. Um dies zu erreichen, müssen objektive Belastungen, wahrgenommene Beanspruchungen und die Zufriedenheit der Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen erhoben werden.

Methode

Zur Zielerreichung wurde eine Bestandsaufnahme hinsichtlich der momentanen Belastungen und Beanspruchungen sowie der Zufriedenheit der Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen vorgenommen, um den Ist-Zustand zu dokumentieren. Die zu erwartenden Belastungen aufgrund der simulierten flexiblen Schichtpläne werden im Anschluss dargestellt und bewertet. Nach Einführung des neuen Arbeitszeitregimes werden abermals die realen Belastungen, die wahrgenommenen Beanspruchungen sowie die Zufriedenheit der Mitarbeiter erhoben und auch hinsichtlich der Änderungen vor der Einführung bewertet. Abschließend werden mögliche Verbesserungen dargestellt.

1. Vorgespräch

Im Rahmen eines Vorgespräches wurden die Aufteilung der Zuständigkeiten und Kompetenzen zwischen den Bearbeitern geklärt sowie Schnittstellen aufgezeigt. Ein beständiger Informationsaustausch zwischen Bearbeitern, Betriebsrat und Betriebsleitung ist notwendig.

2. Konzeptsitzung/Moderatorenrunde

Vor Inbetriebnahme der Simulation wurden die Simulationsparameter festzulegen wie beispielsweise Anzahl der Personen, Schichtregime, Dauer der Dienstplanlaufzeit usw. Das Institut für Arbeitswissenschaft nahm die Erwartungen der Beteiligten auf und berücksichtigte diese im weiteren Untersuchungsverlauf.

3. Ist-Analyse

Die Feststellung des momentanen Belastungs-, Beanspruchungs- und Zufriedenheitsstatus war vor bzw. während der Simulation anzusetzen. Hierbei wurden bereits vorliegende Bewertungen der bisherigen Arbeitszeitmodelle einbezogen und es konnten exemplarische Schichtpläne hinsichtlich gesicherter arbeitswissenschaftlicher sowie gesetzlicher Kriterien beurteilt werden. Die Beanspruchungsparameter sowie die Zufriedenheit der Mitarbeiter wurde in Form von schriftlichen Befragungen erhoben. Zu diesem Zweck waren Arbeitsplatzbegehungen und mündliche Befragungen von Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen notwendig. Neben arbeitswissenschaftlichen und -psychologischen Beurteilungen waren hier auch arbeitsmedizinische Aspekte zu erheben und zu berücksichtigen.

4. Simulation des Realbetriebs

Die Simulation des Realbetriebes setzte eine Bedarfsanalyse, eine Zuweisung der Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen hinsichtlich ihrer Qualifikationen, die Erfassung der Mitarbeiterwünsche und die Zusammenführung dieser Parameter in individuelle flexible Schichtpläne voraus. Das Institut für Arbeitswissenschaft leistet hier die arbeitswissenschaftliche Begleitung.

5. Bewertung der Simulationsergebnisse

Die Schichtpläne der Simulation werden hinsichtlich ihrer Belastungen aufgrund beispielsweise Dauer, Lage und Verteilung der Arbeits- und Freizeit bewertet. Zur Bewertung herangezogen werden gesicherte arbeitswissenschaftliche, -medizinische und -psychologische Erkenntnisse sowie Regelungen des Arbeitszeitgesetz (ArbZG). Die Bewertung kann exemplarisch oder aufgrund von Extrembeispielen vorgenommen werden. Sie kann während und im Anschluss an die Simulation vorgenommen werden.

6. Realbetrieb in Pilotgruppen

Die gegebenenfalls modifizierten Simulationsläufe werden anschließend in Pilotgruppen umgesetzt. Das Institut für Arbeitswissenschaft leistet die arbeitswissenschaftliche Begleitung.

7. Beanspruchungsanalyse

Nach Einführung der flexiblen Schichtpläne in einer Pilotgruppe zur Erstellung von Beanspruchungsanalysen werden schriftliche Befragungen wie bereits unter Punkt 3 dargestellt vorgenommen. Neben der Beurteilung des neuen Arbeitszeitregimes wird auch die Arbeitszufriedenheit der Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen erhoben und den bereits vorliegenden Ergebnissen aus der Ist-Analyse gegenübergestellt. Eine Verbesserung oder Verschlechterung der Einschätzungen wird somit offensichtlich. Neben arbeitswissenschaftlichen und -psychologischen Beurteilungen sind hier auch arbeitsmedizinische Aspekte zu erheben und zu berücksichtigen.

Die konsequente Dokumentation von Belastungen, Beanspruchungen und Zufriedenheit, wie sie in den Punkten 1 bis 6 dargestellt wurde, ermöglicht eine kontinuierliche Anpassung und Verbesserung der Arbeitszeitaspekte. Gesundheitlichen Beeinträchtigungen oder gar Schädigungen kann so entgegen gewirkt werden. Ein ständiger Kontakt mit den Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen fördert die Akzeptanz der betrieblichen Veränderung. Eine Darstellung der Ursachen- und Wirkungsfaktoren wird ermöglicht.

Ergebnisse

Aufgrund innerbetrieblicher Belange ruht das Projekt vorübergehend und die Ergebnisse können noch nicht dargestellt werden.